Showbericht 21.01.2006, 20.00 Uhr – der Tag vor der Derniere

 

Nachdem wir (meine Schwester Conni und ich) bei ziemlich miesem Regenwetter aus Karlsruhe und Braunschweig angereist waren, haben wir uns erst einmal ein wenig roten Sekt in der Tiefgarage der Neuen Flora gegönnt – natürlich zur Vampirmusik. Wir waren so gut drauf, dass wir sogar einen Walzer zu Herberts Solo getanzt haben.

Anschließend sind wir zur Stagedoor und haben dort auch einige Autogramme und Fotos ergattern können. Ganz besonders haben wir uns über Aleks di Capri gefreut. Er ist immer supernett und er lächelt auch noch beim 30. Fan, der ein Foto mit ihm möchte ganz geduldig in die Kamera. Ich hatte einmal das Glück, ihn als Graf zu erleben und war begeistert. Wir wussten, dass er Ende November seinen letzten Auftritt als Graf hatte, aber leider haben wir es vorher nicht mehr geschafft. Deshalb hatten wir mit der Möglichkeit, dass Aleks den Grafen spielen könnte ganz und gar abgeschlossen.

An der Stagedoor hörten wir, dass Kevin krank wäre. Nun ging das große Rätselraten los. Ein ganz kleiner Hoffnungsschimmer war erwacht, dass vielleicht mit gaaanz viel Glück Aleks doch noch mal spielen dürfte. Wir wussten ja, dass er im Hause ist und dass er am Abend mit dabei sein würde.

Dann kam der große Augenblick der Wahrheit – und ich kann es immer noch nicht so ganz fassen – es stand tatsächlich Aleks als Graf auf dem Monitor. Wir haben uns riesig gefreut, weil wir wirklich nicht mehr damit gerechnet hatten, als wir nach Hamburg kamen. Also um es vorweg zu nehmen: Er war supergut, seine Stimme drang bis in den letzten Winkel, der Saal bebte sozusagen.

Aber ich will euch die Besetzung nicht vorenthalten:

Fredde Wickerts - Alfred

Werner Bauer - Prof.
Jessi Kessler  - Sarah
Jerzy Jerszke  - Chagal
Femke Soetanga - Magda
Simone Pohl  - Rebecca
Paul Walthaus  - Herbert
Stefan Büdenbender - Koukol
Paul Erkamp  - Nightmare Solo 1
Stefani Tschöppe - Nightmare Solo 2
Leigh-Anne Vizer - Solo Rote Stiefel
Kerstin Zwanzig - Nightmare Solo
Michael Eckel  - Solo Rote Stiefel
Kevin Foster - Nightmare Solo White Vampire
Silvano Marraffa - Nightmare Solo Black Vampire
Dirigent - Bernhard Volk

Wie immer kam die erste Gänsehaut schon bei der Ansage: „Tauchen Sie mit uns in die Dunkelheit ein“ und anschließend die schöne Ouvertüre. Da kribbelt es überall vor Vorfreude.

In altbewährter Weise begann Fredde mit he, ho, he und fand letztlich den richtigen Professor im Schnee. Ja, ihr habt richtig gelesen, es war dieses eine Mal keine Requisite, sondern Werner Bauer. Der Saal war natürlich begeistert und Fredde zog den Professor an seinem Schirm quer über die ganze Bühne nach hinten.

Die anschließende Szene im Wirtshaus war wie immer super, leider kann man nie alles gleichzeitig sehen. Auch Jerzy ist in seiner Rolle einmalig und wie immer brillant genau wie Simone Pohl als Rebecca.

Jessi mit ihrer glockenklaren, schönen Stimme ist ein einziger Genuss, sie und Fredde sind einfach ein Dreamteam. Da passt einfach alles von der Mimik bis zum Gesang selber, klasse.

Ja, und dann kam er, der Herr Graf. Wie gesagt, Aleks’ Stimme ist unglaublich und er sieht echt edel aus mit seinem klassischen Profil. Seine tiefe, grandiose, kräftige und volltönende Stimme füllt wirklich jeden Zentimeter im Saal aus. Genial – ich war (und bin) gefangen! Aber ich will nicht zu sehr ins Schwärmen geraten, sonst wird der Bericht endlos - wie das Meer der Zeit.

Nach der Einladung zum Ball, als Jerzy Jessi aus der Wanne holt, hat sie wütend mit dem Fuß aufgestampft und ist pampig geworden:“ Ich wollte doch nur baden!“ Es gab noch mehr kleinere Veränderungen, die schon so einen kleinen Vorgeschmack auf den nächsten Tag gegeben haben. Ich konnte mir leider nicht alle merken.
Werner Bauer als Professor ist jederzeit und immer wieder ein Genuss. Egal in welcher Szene, er spielt den Professor einfach super.

Genauso einmalig ist Stefan als Koukol. Er ist unverkennbar.

Femke singt die Magda irre stark. Leider ist die Rolle wie ich finde ein bisschen klein für eine so große Stimme. Davon könnte man mehr vertragen.

Eine meiner Lieblingsszenen ist der Tanz der roten Stiefel. Auch hier bin ich immer hin und her gerissen, wo ich hinsehen soll. Es war großartig. Die Tänzer scheinen wirklich zu schweben und Leigh-Anne Vizer und Michael Eckel haben das Solo gekonnt getanzt.  Jessi hat alles gegeben. Es ist eine große Leistung gegen so viele andere Stimmen anzusingen. Aber sie kann’s einfach.

Vor dem Schloss habe ich dann Paul Waldhaus das erste Mal als Herbert gesehen, ansonsten kannte ich ihn als Graf und vom Nightmare-Solo. Er hat eine tolle Stimme, aber als Herbert konnte ich ihn mir nicht so recht vorstellen. Ich muss sagen, obwohl ich Timmi genial finde als Herbert, hat Paul mich auch begeistert. Er hat nicht nur toll gespielt, er hat auch wunderbar gesungen. Selbstverständlich waren Aleks und Fredde perfekt. Ich finde diese Szene auch inhaltlich faszinierend: innerhalb von wenigen Minuten singt der Graf von der Krankheit der Traurigkeit und dass es hiervon keine Erlösung geben kann, (hier kommt die ganze Hoffnungslosigkeit und der ewige Fluch der Trostlosigkeit zum Ausdruck) - und direkt anschließend singt er zu der gleichen Musik von dem Glück der Traurigkeit und er Wolllust, sich aufzugeben. (Da klingt es wie eine Verheißung des ewigen Glücks.) Der Wahnsinn !!! Nachdem das große Tor ins Schloss gefallen war, mussten wir uns erst mal in der Pause erholen.

Und schon ging’s weiter mit der totalen Finsternis. Superklasse. Ich merke gerade, ich wiederhole mich, aber es fehlen mir einfach die Worte und die Gier usw. kommt ja erst noch! Kaum kann man wieder atmen, geht es schon in die Nightmare-Szene. Hier gab’s erst mal wieder was zu lachen: Herbert kam mit Zöpfen. Das sah wirklich zum Schießen aus, weil die Haare ja so hoch toupiert sind. Das Publikum hat gejohlt. Gesanglich hat mir hier vor allem Paul Erkamp gefallen und über Kerstin, Kevin und Silvano muss man eigentlich gar nichts sagen. Sie tanzen immer supergut. Jedes Mal versuchen wir aufzupassen, z.B. wann sich Alfred im Bett ganz andersherum dreht, aber auch hier ist es unmöglich alles zu sehen und eigentlich entgeht uns immer irgendwas.

Anschließend kam noch mal so eine Lach-Nummer: In der Badeszene zog Jessi zu den Worten „der Herr Graf schenkt mir prächtige Sachen“ einen riesigen Sponge-Bob hervor. Alles brüllte natürlich. Da habe ich die beiden bewundert, dass sie ganz ungerührt weiter gesungen haben.

Das Sarah-Solo von Fredde ist sowieso ein Highlight, auch heute wieder. Und dann kam noch mal Pauls großer Auftritt, auch hier war er total überzeugend, toll gespielt und toll gesungen. Er hat uns echt gut gefallen als Herbert.

Die Grabplatte bei der Ewigkeit ist immer wieder beeindruckend. Das ist ein richtig ergreifender Moment, wenn sie so langsam herunterfährt, die Masken und der Gesang sind umwerfend schaurig schön scheußlich.

Ja und dann kommt der große Moment, meine absolute Lieblingsstelle, die unstillbare Gier, in der Aleks wirklich alles gegeben hat. Keiner der anderen Grafen spielt meiner Meinung nach diese Rolle so leidenschaftlich und verzweifelt, wie er. Wie er sich über die Grabplatte und auf den Boden schmeißt und fast schon schluchzend voller Mutlosigkeit singt, teilweise flüstert, ist unglaublich. Ich bin überzeugt, jede Frau im Saal würde am liebsten sofort auf die Bühne stürzen, um ihn zu trösten. Er ist mal traurig, dann wütend oder verzweifelt. Er kann seine Stimme dermaßen anschwellen lassen, dass die Wände wackeln. Und wie lange er die Töne halten kann, der Wahnsinn. Wie kann man bloß solche Töne hervorbringen? Er hat einen tosenden Applaus bekommen, den hat er sich auch wirklich verdient.

Der Moment, wenn die Bühne sich zum Tanzsaal verwandelt ist auch so etwas Faszinierendes und dazu die Musik und der Nebel, aus dem die Wendeltreppe sich herausschraubt. Immer wieder beeindruckend. Dann die Ballsaalszene mit Sarah und seiner Exzellenz, genial.

Am Ende der Ballsaalszene ist Aleks fast gestorben vor dem Kreuz. Er spielt das mit einer Intensität, dass man es selber fast körperlich spüren kann. Mit letzter Kraft hat er Koukol in den Schnee geschickt, seine Sarah wiederzubringen. Unnachahmlich!

Nun ging es leider schon wieder mit großen Schritten dem Ende zu. Nachdem Sarah zugebissen hatte, kam die Einladung der Vampire zum Tanz. Das ist so supertoll, und trotzdem kann ich es gar nicht leiden, weil danach nichts mehr kommt. Die Kostüme sind spitze und Musik, Gesang und Tanz auch.

Beim Schlussapplaus flogen eine Menge Geschenke und Rosen auf die Bühne. Wir hatten in der Hoffnung (auch wenn sie zu dem Zeitpunkt noch winzig war), dass Aleks spielt, einen schönen großen Strauß weißer Lilien und weißer Rosen besorgt. Und ich glaube, er hat sich auch sehr darüber gefreut. Leider war er bei der Dernière nämlich ganz hinten und hat eigentlich überhaupt nichts bekommen. Das Leben ist wirklich ungerecht, das ist auch in Transsylvanien nicht anders.

 

Ja, eine echt gute Show. Alles in allem kann man es kaum noch besser machen. Für mich war es die beste Vorstellung an diesem Wochenende – nicht „nur“ wegen Aleks - , wir hatten uns zum Abschluss das volle Programm gegönnt und konnten alle vier Shows ansehen.

 

Wir möchten an alle, auch die vielen, die wir hier nicht erwähnt haben, ein ganz herzliches Dankeschön sagen. Es war eine ganz hervorragende Vorstellung.

Vielen Dank auch beim Orchester, das leider nie so viel Applaus bekommt, wie es eigentlich verdient.

Und ehe mir die Felix-, Thomas- und Kevin-Fans usw. an den Hals springen, muss ich sagen, dass jeder auf seine individuelle Art natürlich ein exzellenter Sänger und Schauspieler ist. Nur habe ich von jedem dieser „Großen“ schon Vorstellungen gesehen, in denen sie hinter ihrem wirklichen Können zurückgeblieben sind. Vielleicht sind sie schon zu routiniert. Wenn jemand nur selten die Möglichkeit hat, sich in so einer Rolle zu beweisen, gibt er eben alles. Das gilt auch für Veith, Paul u.a.. Außerdem möchte ich so eine Show als ganzes sehen, für mich ist nicht nur der Graf ausschlaggebend. Alles muss passen und das war heute der Fall.

 

Danke für die vielen, vielen Shows in Stuttgart und Hamburg (allein in HH 812 Vorstellungen). Ihr habt uns echt oft glücklich gemacht mit eurem Talent und eurem Können. Je öfter man es sieht, desto mehr Facetten bekommt es durch die individuelle Note, die die Casties den Rollen jeweils geben. Habt Dank dafür.

 

Es war immer wieder ein großartiges Erlebnis.  - - -  Wir kriegen davon niemals je genug!

 

Wir hoffen, ihr kommt bald wieder.   - - - - Ihr geht vor, wir folgen euch!

 

Steffi und Conni

 

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